Gute Arbeit

Digitalisierung und Kita?

Digitalisierung und Kita?

Das Thema Digitalisierung steht ganz oben auf der Agenda der Politik. Dies zeigen die Publikationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), wie z.B. die Veröffentlichung "Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft. ( https://www.bmfsfj.de/blob/121676/e612760d03b234bacae5700cd48613e8/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft-data.pdf )

Gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden wurde im September letzten Jahres Absichtserklärung unterzeichnet, welche die Schwerpunkte bei der sozialen Gestaltung der Digitalisierung festlegt. Ziel ist es, die digitale Transformation sozial mitzugestalten. Die vereinbarten Schwerpunkte sind u.a.  sozialraumorientierte soziale Arbeit, das Freiwilligen Engagement, Selbsthilfe, Beratung und Therapie, Qualifikation, Bildung und Management, Personal- und Organisationsentwicklung.

Die Absichtserklärung findet Ihr unter: http://www.bagfw.de/uploads/media/07092017_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf

Diese liest sich durchweg positiv. Doch ist die Digitalisierung, gerade in den personenbezogenen Dienstleistungen, wie z.B. in der Bildung und Erziehung von Kindern, in der Beratung oder in den Hilfen zur Erziehung mit großen Gefahren verbunden und trifft den Kern unserer Arbeit, die Beziehungsgestaltung mit Menschen.

Deutlich wird dies schon lange. Vermehrt gehen Online-Plattformen an den Markt auf denen Eltern die Bewertung der Kita (ähnlich der Plattformen für Restaurants oder Ärzte) ihrer Kinder vornehmen können. Diese sollen, laut der Anbieter, die Qualität der Kita widerspiegeln und den zukünftigen Eltern bei der Wahl der Einrichtung behilflich sein und gleichzeitig den Pädagog*innen Auskunft geben, über die Einschätzung und Zufriedenheit der Eltern.

Es gibt Programme (käuflich zu erwerben), die dazu einladen, die Aktivitäten der Kindertageseinrichtung für die Kinder zu planen. Es brauchen nur die Rahmendaten, wie Kinderzahl, Jahreszeit usw. eingegeben werden und das fertige Programm mit allen Aktivitäten und benötigten Materialien wird digital erstellt. Beobachtung der Kinder und partizipative Aushandlungsprozesse mit Kindern finden nicht mehr statt.

Diese Entwicklungen sind von uns als Fachleuten für Beziehungsgestaltung und der Begleitung von Menschen kritisch einzuordnen und zu bewerten. Wir müssen dafür sorgen, dass qualitative Soziale Arbeit möglich bleibt und nicht durch Algorithmen ersetzt wird!